Vortragsreihe
Eine Reihe von Vortragsabenden im Jubiläumsjahr 2027 — Geschichte, Theologie, Familie und Weinkultur aus und um Piesport.
Die Knupperten – zwischen Tradition und neuen Wegen
Ein Kampf für das „wahre Christentum” – gegen die Franzosen, die Preußen und gegen die römisch-katholische Kirche
Die religiöse Spaltung der „Knupperten” gehört zu den außergewöhnlichsten Kapiteln der Piesporter Geschichte. Ausgelöst durch die französische Besetzung, die Såkularisierung und den Code Civil Napoleons entstand in Niederemmel, Pfarrei St. Martin, eine Glaubensgemeinschaft, die über Jahrzehnte ihren eigenen Weg ging. An diesem Vortragsabend werden zwei Perspektiven vorgestellt.
Historischer Teil – Günter Kettern
- Was war der Anlass der Spaltung?
- Welche politischen und gesellschaftlichen Bedingungen prägten diese Zeit?
- Gegen wen richtete sich der Widerstand?
- Welche Persönlichkeiten führten die Bewegung, und wer trug Verantwortung?
Theologischer Teil – Aloys Leyendecker
Im zweiten Teil wird die Entwicklung der Knupperten aus theologischer und pastoraler Sicht betrachtet. Die Gemeinde war gezwungen, neue Formen kirchlichen Lebens zu entwickeln: Laien übernahmen Verantwortung, Frauen führten die Gemeinde, Gottesdienst und Glaubensleben wurden unter schwierigen Bedingungen neu gestaltet.
Der Vortrag stellt die These zur Diskussion, dass diese erzwungenen Innovationen auch eine Chance für die katholische Kirche hätten sein können. Welche Entwicklungen wären möglich gewesen, wenn diese Erfahrungen damals aufgegriffen worden wären? Könnte die Kirche heute anders dastehen? Diese Fragen laden zu einer gemeinsamen historischen und theologischen Diskussion ein.
Bürgerhaus Piesport
Eintritt frei · Keine Anmeldung erforderlich
Gerne gesehen ist eine Spende für die Renovierung der Veitkapelle.
Die Halfen in Reinsport – eine besondere Zunft
Ihre Bedeutung für Reinsport und die Schifffahrt auf der Mosel
Die Halfenschänke ist fast allen Piesportern bekannt. Viele erinnern sich noch an die Zeit, als sie ein Gasthof war, in dem man einkehrte und ein Glas Wein oder ein Bier trank. Heute ist das Gebäude ein Wohnhaus.
Doch nur wenige wissen, warum das Haus diesen Namen trägt. Es erinnert an einen der härtesten und zugleich bedeutendsten Berufe an der Mosel – die Halfen. Über Jahrhunderte zogen sie mit ihren Pferden die schweren Lastschiffe flussaufwärts. Ohne ihre Kraft und ihre Erfahrung wäre der Handel auf der Mosel kaum möglich gewesen.
Reinsport war über Jahrhunderte ein wichtiger Stützpunkt der Halfen. Hier bereiteten sich Mensch und Pferd auf den beschwerlichen Weg moselaufwärts vor – nach Trier und weiter bis nach Lothringen und Frankreich.
Der Vortrag gibt einen Einblick in die Geschichte der Halfen und beantwortet unter anderem folgende Fragen:
- Wer waren die Halfen?
- Wie sah ihr Alltag aus?
- Welche Aufgaben hatten sie und welche Ausrüstung benötigten sie?
- Welche Rolle spielten ihre Pferde?
- Welche Bedeutung hatten die Halfen für die Schifffahrt auf der Mosel?
- Welche Rolle spielten sie beim Transport des Moselweins?
Der Vortrag verbindet Ortsgeschichte mit der Wirtschafts- und Verkehrsgeschichte der Mosel und macht deutlich, welche Bedeutung Reinsport über viele Jahrhunderte für die Schifffahrt hatte.
Bürgerhaus Piesport
Eintritt frei · Keine Anmeldung erforderlich
Gerne gesehen ist eine Spende für die Renovierung der Veitkapelle.
Gleichwertigkeit statt Gleichberechtigung
Ein jahrhundertealtes Familienmuster in Piesport – auch heute noch aktuell?
Die Arbeit im Weinberg stellte Familien über viele Generationen vor besondere Herausforderungen. Daraus entwickelte sich eine klare Aufgabenteilung zwischen Frauen und Männern. Im moselfränkischen Dialekt hieß es selbstverständlich:
„Daat ös Frouenorbet!” · „Daat missen de Maaner maachen!”
Diese Aussagen waren weniger Ausdruck von Über- oder Unterordnung als einer daraus entstandenen Arbeitsteilung. Jeder übernahm die Aufgaben, für die Erfahrung, Fähigkeiten und körperliche Voraussetzungen besonders wichtig waren.
So entstand ein System gegenseitiger Abhäjgigkeit. Ohne die Arbeit der Frauen konnte die Arbeit der Männer nicht gelingen – und umgekehrt. Beide trugen gemeinsam Verantwortung für Familie, Haus und Weinberge. Daraus entwickelte sich eine Familienkultur, die den Bestand der Familien und des Weinbaus über Jahrhunderte sicherte.
Der Vortrag fragt, welche Bedeutung diese historischen Familienmuster heute noch haben können. Aloys Leyendecker vergleicht die Familienstrukturen an der Mosel mit seinen Erfahrungen aus der internationalen Familienarbeit im Baltikum, in Russland, Kasachstan und Usbekistan und eröffnet damit neue Perspektiven auf ein altes Thema.
Bürgerhaus Piesport
Eintritt frei · Keine Anmeldung erforderlich
Der Vortrag findet bewusst in der Osterwoche statt. Ostern ist seit Jahrhunderten ein Fest der Familie und des gemeinsamen Lebens. · Gerne gesehen ist eine Spende für die Renovierung der Veitkapelle.
Meine Vorfahren – meine Generationen ────mein Stammbaum
Fragen und Antworten aus den Familienbüchern von Piesport, Müstert und Niederemmel
Woher stammt meine Familie? Wer waren meine Vorfahren? Mit welchen Familien bin ich verwandt? Diese Fragen beschäftigen viele Menschen. Die Familienbücher von Piesport, Niederemmel und Müstert geben darauf oft überraschende Antworten.
In langjähriger Forschungsarbeit hat Günter Kettern die Geschichte der Piesporter Familien dokumentiert. Seine Familienchronik der Orte Piesport, Niederemmel und Müstert umfasst den Zeitraum von etwa 1800 bis ca. 1920. Ergänzt wird sie durch das Familienbuch von Thomas Heinen, das bis in das Jahr 1662 zurückreicht.
An diesem Abend stellt Günter Kettern die Familienfücher vor, erläutert ihre Bedeutung und beantwortet Fragen zur eigenen Familiengeschichte. Interessierte erhalten Hinweise zu ihren Vorfahren, zu Verwandtschaftsbeziehungen und zur Ahnenforschung in Piesport.
Bürgerhaus Piesport
Eintritt frei · Keine Anmeldung erforderlich
Tote und Verfolgte Piesporter im Nationalsozialismus
Erinnern ──── verstehen – Verantwortung tragen
Die Zeit des Nationalsozialismus gehört zu den dunkelsten Kapiteln der deutschen Geschichte. Auch Piesport blieb von Verfolgung, Krieg und Tod nicht verschont.
Der Vortrag erinnert an Menschen aus unserem Ort, die Opfer von Krieg, Verfolgung und nationalsozialistischer Gewalt wurden. Ihre Schicksale sind Teil der Geschichte Piesports und zugleich Mahnung für Gegenwart und Zukunft.
Auf der Grundlage familiengeschichtlicher Forschungen stellt Günter Kettern die Ergebnisse seiner langjährigen Recherchen vor und gibt den Betroffenen ihre Namen und ihre Geschichte zurück. Der Vortrag lädt dazu ein, sich mit diesem Teil der Ortsgeschichte auseinanderzusetzen und die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten.
Bürgerhaus Piesport
Eintritt frei · Keine Anmeldung erforderlich
250 Jahre Pfarrkirche St. Michael
Ein Informations- und Gespräcshabend über den Bau der Kirche und die bedeutende Stellung der Pfarrei im Kurfürstentum Trier
Die Pfarrkirche St. Michael prägt seit 250 Jahren das Ortsbild von Piesport. Sie ist weit mehr als ein beeindruckendes Bauwerk – sie erzählt die Geschichte einer lebendigen Pfarrgemeinde, ihrer Menschen und ihres Glaubens.
Als Einstimmung auf das Jubiläumswochenende vom 24. bis 26. September 2027 lädt dieser Abend dazu ein, die Geschichte der Pfarrei neu zu entdecken. Im Mittelpunkt stehen unter anderem:
- Die besondere Stellung der Pfarrei im Kurfürstentum Trier
- Das Landkapitel Piesport mit seinen zeitweise bis zu 40 Pfarreien
- Die Pestjahre von 1506 bis 1508
- Der Bau der heutigen Pfarrkirche St. Michael in den Jahren 1775 bis 1777
- Die Symbolik und die geistliche Aussage des barocken Deckengemäldes
Der Vortrag verbindet Geschichte, Kunst und Glauben und lädt dazu ein, die Pfarrkirche mit neuen Augen zu betrachten.
Pfarrkirche St. Michael, Piesport
Eintritt frei · Keine Anmeldung erforderlich
Über eine Spende für den Blumenschmuck der Pfarrkirche freuen wir uns.
Riesling-Auferstehung – Pfarrer Hau setzt auf den Riesling
Die Ur-Wurzel des Rieslings liegt in Piesport
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts verfolgte Pfarrer Johannes Hau eine außergewöhnliche Vision: Er wollte den Riesling zur Leitrebe an der Mosel machen. Mit dieser Idee stieß er zunächst auf Skepsis und Widerstand. Veränderungen bedeuteten Unsicherheit und wirtschaftliches Risiko.
Doch Pfarrer Hau blieb beharrlich. Schritt für Schritt gelang es ihm, Winzer und Klöster von seiner Idee zu überzeugen und den Riesling in Piesport zu fördern. Damit legte er den Grundstein für eine Entwicklung, die den Moselwein bis heute prägt.
Der Vortrag zeigt die Bedeutung von Pfarrer Hau für den Riesling-Anbau an der Mosel. Erst im Jahre 1786 erließ der Kurfürst Clemens Wenzelslaus ein Dekret über den Anbau des Rieslings an der Mosel. Von Piesport startete der Riesling dann in die ganze Welt.
Ein Vortragsabend im Rahmen der Jubiläumsjahre 1250 Jahre Piesport und 250 Jahre Pfarrkirche St. Michael.
Pfarrkirche St. Michael, Piesport
Eintritt frei · Keine Anmeldung erforderlich
Über eine Spende für den Blumenschmuck der Pfarrkirche freuen wirs uns.